[vc_row][vc_column][vc_column_text]Liebe Wildgemüsefreunde und ernährungsbewusste Seefahrer![/vc_column_text][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column width=”2/3″][vc_column_text]Einmal jährlich, spätestens am Gründonnerstag, besinnt sich halb Österreich auf eines echten Seemanns Lieblingsgericht, den Spinat (Spinacia oleracea). An diesem Tag müssen Batman, Spiderman und Co ihre Superkräfte an die Spinat vertilgende Comicfigur „Popey der Seefahrer“ abtreten, damit der grüne Brei samt Kartoffeln von den Kindern artig aufgegessen wird. Hätte der amerikanische Comiczeichner, Elzie Segar (1894-1938), die Urheberrechte damals an Captain Iglo verkaufen können, dann wäre der Schöpfer Popeys wohl reich verschieden.

Eingefleischte Vegetarier finden aber auch außerhalb des Iglo Tiefkühlsortiments ihren Spinat. Eine bekannte Alternative aus derselben Pflanzenfamilie der Fuchsschwanzgewächse ist der „Gute Heinrich“, der in der Schweiz neben dem Löwenzahn zu den am meisten verwendeten Wildkräutern zählen soll (Abbet C. et. al. 2014). Besitzer eines botanischen Bestimmungsbuches glauben zu wissen, dass die stickstoffliebende Pionierpflanze zu den Gänsefüßen mit der Gattung Chenopodium zählt. Nun stellte sich aber heraus, dass der Gute Heinrich noch näher mit Captain Iglos Echtem Spinat „verbrüdert“ und ab sofort der Gattung Blitum zuzuordnen ist. In der nächsten Auflage der österreichischen Exkursionsflora wird er dann wohl Blitum bonus-henricus heißen.

Wir freuen uns aber darüber, dass uns die Botaniker zumindest den deutschen und etymologisch aufschlussreichen Namen „Guter Heinrich“ gelassen haben: Der wahrscheinlich ursprüngliche Name „Heimrich“ verweist nämlich auf seine häufige Verbreitung um die Hofstätte („Heim = Hofstatt“) und seine Essbarkeit („rich = gut essbar“) hin. Bevor aber der Gute Heinrich die Höfe und Lägerfluren der Menschen im Tal erreichte, war der “Bursche” ursprünglich ein treuer Begleiter von Wildlageplätzen im Gebirge. Im Mittelmeergebiet ist die Pflanze immer noch nur in höheren Lagen anzutreffen.

Wie nun echte Seefahrer in alten Tagen zu ihrem Spinat kamen, bleibt wohl ein Rätsel, denn eine Stammform des Echten Spinats ist nicht bekannt und weder Vasco da Gama noch Ferdinand Magellan waren mit Captain Iglo bekannt. Bekannt war den alten Seefahrern aber der in Küstennähe wachsende Meerrettich (Armoracia rustica), den sie als Vitamin C Quelle nutzten.

Wie beim Meerrettich liegt das Glück nicht immer leicht greifbar und vielleicht wurde der beste Teil des Guten Heinrichs lange übersehen: In einer experimentellen Studie (Kokanova-Nedialkova Z. et. al. 2015) stellten Forscher unlängst fest, dass die in der Pfahlwurzel enthaltenden „Spinacetine“, ein Typ von Flavonoidglykosiden, ein nennenswert antioxidatives und leberzellschützendes Potential aufweisen. Am Ende wird aus der “Hundsmelde”, wie die Ruderalpflanze mancherorts wenig wertschätzend bezeichnet wird, noch ein richtig “Stolzer Heinrich”, wie man ihn bereits im Eifel nennt.

Ob diese Entdeckung aber reichen wird, dass unsere Kinder Spinat mit Spiegelei mit „Gute Heinrich-Pfahlwurzelsuppe“ tauschen wollen, darf angezweifelt werden.

Frohe Ostern!
Euer Phytagoras[/vc_column_text][/vc_column][vc_column width=”1/3″][vc_single_image image=”1625″ img_size=”full” css=”.vc_custom_1458811158002{margin-bottom: 0px !important;border-bottom-width: 0px !important;}”][vc_custom_heading text=”Abb. oben: Popey – Symbolfigur der grünen Spinatkraft. (Quelle: Elzie S., gemeinfrei)” font_container=”tag:h5|text_align:left” google_fonts=”font_family:Lora%3Aregular%2Citalic%2C700%2C700italic|font_style:400%20regular%3A400%3Anormal” css=”.vc_custom_1458811220898{margin-top: 0px !important;margin-bottom: 8px !important;border-top-width: 0px !important;}”][vc_empty_space height=”50px”][vc_single_image image=”1624″ img_size=”full” css=”.vc_custom_1458811170922{margin-bottom: 0px !important;border-bottom-width: 0px !important;}”][vc_custom_heading text=”Abb. oben: Der gute Heinrich mit seinen 3eckig-spiessförmigen Blättern. (Foto: Vogt D.)” font_container=”tag:h5|text_align:left” google_fonts=”font_family:Lora%3Aregular%2Citalic%2C700%2C700italic|font_style:400%20regular%3A400%3Anormal” css=”.vc_custom_1458811206984{margin-top: 0px !important;margin-bottom: 8px !important;border-top-width: 0px !important;}”][/vc_column][/vc_row]