Ethnobotanische Exkursion „Vertatscha“

(Ethno-)botanische Bergtour „Vertatscha“

1,5 Tagesexkursion mit Nächtigung in den slowenischen Karawanken

Beschreibung:

Wenn ein Berg der Karawanken lautstark nach dem Pflanzenbegeisterten ruft, dann ist es die Vertatscha! Kein Wunder, denn am Gipfel wohnt ja auch Zlatorog, der sagenumwobene Steinbock mit den goldenen Hörnern und hütet dort die „Triglaurose“ (Potentilla nitida), die in Österreich nur in 2 Bundesländern selten zu entdecken ist. Wer nur die gähnende und zerklüftete Nordwand des 2180m hohen Grenzberges der südlichen Kalkalpen kennt, staunt nicht schlecht über die botanisch vielseitigen Aspekte eines Zustieges über die Südseite.

Abb. oben: Man muss nicht auf den Triglav steigen, um die seidig behaarte „Triglaurose“ zu streicheln. Auch im Gipfelbereich der Vertatscha kann das behaarte Fingerkraut (Potentilla nitida) entdeckt werden. (Foto: Vogt)

Wenn der Berg für eine entspannte, botanisch-ethnobotanische Erkundung zu groß ist, dann teilt man die Tour eben in 2 Etappen mit einer Nächtigung auf: Die slowenische Hütte „Dom na Zelenici“ bietet auf 1536m Gelegenheit die in jeder Hinsicht mächtige Vertatscha in zwei Tagen zu erleben. Am 1. Tag führt die Tour mit rund 500 Höhenmetern durch einen montanen Kalkbuchenwald mit „Spechtwurz“, „Gaizvenichel“, „Weißem Enzian“ und anderen Gestalten, die zur historischen und ethnopharmakologischen Betrachtung einladen. Daneben lockt die Hochstaudenflur mit der delikaten „Schmettenwurz“ oder steinige Weiden mit dem sonderbaren „Österreich-Kümmel“ oder der „Schwarzen Meisterwurz“. Was sich hinter den sonderbaren Trivialnamen wohl verstecken mag?

Abb. oben: Noch eingermaßen bekannt ist der "Almwermut" als aromatische Bitterstoffpflanze, aber je "dünner" die Luft wird, desto dünner wird auch unsere Kenntnis über Gebirgspflanzen. (Foto: Vogt)

Nach dem Abendessen auf der Hütte und Bezug des Lagers gibt es Gelegenheit zur Reflexion des Gesehenen, zur Nachbestimmung von Pflanzen und natürlich dem gemütlichen Erfahrungsaustausch. Am nächsten Morgen, vielleicht mit einem Hadensterz gestärkt, folgen weitere 700 Höhenmeter durch Legföhren-Grünerlengebüsche, alpine Rasen, Kalkschuttfluren und Felsspaltenvegetation auf den ruhmreichen Gipfel.

Abb. oben: Das Felsen-Hasenohr (Bupleurum petraeum) besitzt ethnopharmakologisch interessante Artverwandte in Asien, die teilweise zu den sog. „Harmoniekräuter“ der TCM zählen und mit ihren Saikosiden eine tonisierdende, durchblutungsfördernde und leberschützende Wirkung entfalten sollen. (Foto: Vogt)

Auch „gelbe Hasen“ (Bupleurum petraeum) hoppeln manchmal über den Weg auf die Vertatscha, während „rote Bären“ (Heracleum austriacum ssp. siifolium) zum Streicheln einladen. Ist einem Zlatorog hold, entdeckt man sogar das Julisch-Läusekraut (Pedicularis julica) im steinigen Rasen oder die seltene Scopoli-Braunwurz in der Hochstaudenflur am ersten Tag. Wer kann einem Aufstieg da noch wiederstehen?

Teilnahmevoraussetzung:

Trittsicherheit u. Schwindelfreiheit auf markiertem Steig.

Sonstiges:

Bei Schlechtwetter am Fr. mögliche Verschiebung auf Sa/So einplanen! Es besteht Pflicht zu bergtauglichem Schuhwerk und dem Mitführen einer üblichen Bergausrüstung (Regenjacke, Sonnenschutz, etc.). Für die Hütte wird ein Hüttenschlafsack benötigt. Nächtigung mit AV-Ausweis € 13,50, sonst € 23,50. Ein gültiger Reisepass ist erforderlich!