[vc_row][vc_column][vc_empty_space height=”15px”][vc_column_text]Liebe Freunde der Frühjahrsblüher![/vc_column_text][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column width=”2/3″][vc_column_text]Wenn der Huflattich alljährlich sein goldgelbes Haupt in den Himmel hebt, weiß auch Armin Assinger, dass die Skier bald einzuwintern sind. Bei der Millionenshow-Frage, welcher Pflanzenteil des Korbblütlers, den man im Volksmund als Brustlattich oder Pferdefuß kennt, nun der „heilsame“ sei, würden aber nicht wenige „Märzblumenjäger“ anständig daneben hauen. Was wir von der Pflanze schätzen ist die geniale Kombination aus bis zu 10% sauren Schleimstoffen, ca. 5% Gerbstoffen, Inulin und tonisierenden Bitterstoffen, die gemeinsam einen therapeutisch interessanten „Summeneffekt“ ergeben. Die Bitterstoffe gehören übrigens, wie es sich für einen waschechten Korbblütler gehört, in die Gruppe der Sesquiterpenlactone. Selbst ohne chemische Analyse jubelt hier der Ayurveda-Freund, denn von den dort sechs bekannten „Geschmacksqualitäten“ vereint der Huflattich schon vier in sich: süß, bitter, salzig und adstringierend. Weniger Jubel gilt in der Toxikologie hingegen einer Verbindungsgruppe, die wir, ähnlich den oben erwähnten Sesquiterpenen, leider sehr oft in dieser Pflanzenfamilie finden.

Es handelt sich um die wohl auch der Millionenshow bekannten Pyrrolizidin-Alkaloide (PA), denn ihre lebertoxische Wirkung zählt diesmal nicht zu den überzogenen Panikattacken der Pharma-Riesen gegen die häusliche Heilpflanzenanwendung. Der Hausverstand führt in diesem Fall nicht zum Bauchgefühl „Es wird schon nicht so schlimm sein“, sondern in die gute Literatur, wo wir erfahren, dass wir geduldig auf die grundständigen Laubblätter des Huflattichs warten und das blühende Kraut besser der Biene Maya und anderen pollensuchenden Hautflüglern überlassen. Die bis zu Handtellergröße zu erntenden Blätter besitzen nämlich weniger PA als die blühenden Triebe und tragen das “hustenstillende Prinzip” (durch spezielle Kaffeesäureabkömmlinge) in sich. Danach wird die Empfehlung der Europäischen Arzneimittelagentur etwas unpraktisch: „Eine Tagesdosis von 0,35 Mikrogramm an 1,2-ungesättigten PA aus pflanzlichen Arzneimitteln zur Kurzzeitanwendung (max. 14 Tage) kann akzeptiert werden.“ Auch die in Deutschland 1992 festgelegte Expositionsgrenze von max. 10 Mikrogramm PA bei Teeanwendung bleibt selbst für hellsichtige Kräuterhexen realitätsfern. Wer nicht zufällig in seinem Keller eine millionenschwere HPLC-Anlage herumstehen hat, findet Abhilfe in der alten Anweisung der Expertenkommission E des ehemaligen Bundesgesundheitsamtes und verwendet die Blattdroge in einer Tagesdosis von 4 bis max. 6 Gramm für maximal 4-6 Wochen im Jahr. Aus Gründen der Vorsicht gilt die Droge bei Schwangeren, Säuglingen und Kleinkindern als kontraindiziert.[/vc_column_text][/vc_column][vc_column width=”1/3″][vc_single_image image=”1667″ img_size=”full” css=”.vc_custom_1459188333626{margin-top: 0px !important;margin-bottom: 0px !important;border-bottom-width: 0px !important;}”][vc_custom_heading text=”Abb. oben: Diesen „Burschen“ überlassen wir besser der Biene Maya (Foto: Vogt D.)
” font_container=”tag:h5|font_size:11|text_align:left” google_fonts=”font_family:Lora%3Aregular%2Citalic%2C700%2C700italic|font_style:400%20regular%3A400%3Anormal” css=”.vc_custom_1458722864234{margin-top: 0px !important;margin-bottom: 8px !important;border-top-width: 0px !important;}”][vc_empty_space height=”0px”][vc_single_image image=”1479″ img_size=”full” css=”.vc_custom_1458376649479{margin-bottom: 0px !important;border-bottom-width: 0px !important;}”][vc_custom_heading text=”Abb. oben: In diesem Blatt finden wir das “hustenstillende Prinzip“ durch spezielle Abkömmlinge der Kaffeesäure. (Foto: Vogt D.)” font_container=”tag:h5|font_size:11|text_align:left” google_fonts=”font_family:Lora%3Aregular%2Citalic%2C700%2C700italic|font_style:400%20regular%3A400%3Anormal” css=”.vc_custom_1459185974622{margin-top: 0px !important;margin-bottom: 8px !important;border-top-width: 0px !important;}”][vc_single_image image=”1665″ img_size=”full” css=”.vc_custom_1459187674321{margin-top: 10px !important;margin-bottom: 0px !important;}”][vc_custom_heading text=”Abb. oben: Durch Verwechslung mit Alpendost (oben: Grauer Alpendost) und Pestwurz kam der Huflattich in Verruf. (Foto: Vogt D.)” font_container=”tag:h5|font_size:11|text_align:left” google_fonts=”font_family:Lora%3Aregular%2Citalic%2C700%2C700italic|font_style:400%20regular%3A400%3Anormal” css=”.vc_custom_1459188276598{margin-top: 0px !important;margin-bottom: 0px !important;border-top-width: 0px !important;}”][/vc_column][/vc_row][vc_row css=”.vc_custom_1459188427159{margin-top: 0px !important;}”][vc_column][vc_column_text]

5 auf einen Streich

Noch immer wurde nicht verraten, was den „Pferdefuß“ nun so besonders für unsere Tasse Hustentee macht. Unter den vielen „Tussilagos“ der Phytotherapie, also Hustenvertreibern („tussis ago“ = „ich vertreibe den Husten“), gibt es nicht viele wie ihn, die einen relevant krampflösenden Effekt auf die glatte Muskulatur unser Bronchien besitzen und sowohl bei trockenem, produktivem oder krampfartigem Husten sinnvoll begleiten können. Diese Leistung resultiert vor allem aus der Kombination von Schleimen und besonderen Kaffeesäureverbindungen. Darüber hinaus führen die Bitterstoffe zu einer tonisierenden Wirkung, die vor allem bei älteren Menschen mit rezidivierendem Husten von Nutzen sein kann und belegt ist. Der „Streicheleffekt“ der Schleimstoffe kann übrigens nicht nur bei Entzündungen der Mundhöhle, sondern auch bei Irritationen der Magenschleimhaut genutzt werden. Wer genau mitgezählt hat, kommt nun schon auf 5 Indikationen unserer Märzblume und man sollte von einem „Quinquago“ sprechen, der gleich fünf Beschwerden vertreibt. Die Mehrfachwirkung einer Pflanze ist aber nichts außergewöhnliches, sondern vielmehr ein wesenseigenes Prinzip, dass sich die Phytotherapie zu Nutze macht. In vielen Fällen führt dieses Prinzip zu einem ausgleichenden und regulatorischen Effekt auf den Organismus.[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column width=”2/3″][vc_column_text]

Tabakersatz mit gesundem Rauch?

Wem 5 nicht genug sind und noch weiter zählen möchte, findet in der Naturalis historia von Plinius dem Älteren (24-79 n. Chr.) eine erstaunliche Anwendung, die Raucherherzen vielleicht höher schlagen lässt: Gegen Schweratmigkeit und Brustenge wurden die Huflattichblätter über glühende Zypressenkohlen gelegt und der Rauch mittels Trichter inhaliert. Vielleicht sollte der Tabakkonzern Philip Morris in Zukunft besser Brustlattich anbauen, am besten gleich die PA freie Sorte Tussilago farfara “Wien”, oder zumindest dem Vorbild armer Leute in frühen Tagen folgen, wo dieser mit Tabak zu gleichen Teilen gemischt und geraucht wurde. Spätestens seit Hieronymus Bock kennt die Volksheilkunde auch die Verwendung als Dermatikum, also eines Hautmittels in Form einer Abkochung oder eines Breiumschlages mit Honig bei Ausschlägen und Abszessen. So können also Lungen- und Hautfachärzte die Pflanze in ganz Europa und Asien von Februar bis April über lehmigen Böden gemeinsam suchen gehen und deren Rätsel besprechen.

Wer für die Millionenshow nach weiteren tonisierenden Hustenpflanzen sucht, dem sei das Isländische Moos oder der Andorn ans Herz bzw. an die Bronchien gelegt. Erstes verwenden wir bei trockenem, letzteren bei produktivem Husten. Gegen das Süßen dieser beiden Amara ist im Falle von Husten natürlich nichts einzuwenden, sondern bringt für andere Begleitstoffe noch einen “Huckepack-Effekt” mit sich. Wer mehr über pflanzliche Inhaltsstoffe und ihre Nutzung in der Phytotherapie erfahren möchte, ist in meinem Anfängerseminar “Im Reich der heilsamen Pflanzensprache” gerne willkommen!

Viel Geduld beim Warten auf die Pferdefuß-Blätter wünscht Euch
Euer Phytagoras[/vc_column_text][/vc_column][vc_column width=”1/3″ css=”.vc_custom_1458722934361{margin-top: 0px !important;}”][vc_single_image image=”1601″ img_size=”full” css=”.vc_custom_1458722365755{margin-top: 0px !important;margin-bottom: 0px !important;}”][vc_custom_heading text=”Abb. oben: Diese beiden „Latschen“ gehören nicht dem Huflattich, sondern der Weißen Pestwurz (oben) und der Alpen-Pestwurz (unten). Foto: Vogt” font_container=”tag:h5|font_size:11|text_align:left” google_fonts=”font_family:Lora%3Aregular%2Citalic%2C700%2C700italic|font_style:400%20regular%3A400%3Anormal” css=”.vc_custom_1458722950122{margin-top: 0px !important;}”][/vc_column][/vc_row]