Ethnobotanische Bergtour „Vertatscha Südhänge“

Ethnobotanische Bergtour: Vertatscha Südhänge

„Gelber Hase & roter Bär"

Beschreibung:

Wenn ein Berg der Karawanken lautstark nach dem pflanzenbegeisterten Menschen ruft, dann ist es die Vertatscha! Kein Wunder, denn am Gipfel wohnt ja auch Zlatorog, der sagenumwobene Steinbock mit den goldenen Hörnern und hütet dort die „Triglaurose“ (Potentilla nitida), die in Österreich nur in 2 Bundesländern selten zu entdecken ist. Wer nur die gähnende und zerklüftete Nordwand des 2180m hohen Grenzberges der südlichen Kalkalpen kennt, staunt nicht schlecht über die botanisch vielseitigen Aspekte eines Zustieges von der Südseite.

Abb. oben: Man muss nicht auf den Triglav steigen, um die seidig behaarte „Triglaurose“ zu streicheln. Auch im Gipfelbereich der Vertatscha kann das polsterwüchsige Fingerkraut (Potentilla nitida) entdeckt werden. (Foto: Vogt)

Auf der ersten Etappe zur slowenischen Hütte „Dom na Zelenici“ (1540m) begegnen uns im steinigen Weiderasen längst vergessene Doldenblütler der alten Heilpflanzenkunde wie z.B. der „Gaizvenichel“, die „Weiße Enzianwurz“ oder die „schwarze Meisterwurz“ und führen uns zu Karl dem Großen und Samuel Hahnemann zurück. Auch in der Hochstaudenflur des Bergwaldes laden Pflanzen wie die bittere „Schmettenwurz“ oder die im Ayurveda genutzte „Spechtwurz“ immer wieder zur ethnmedizinischen Betrachtung ein, während ein seltenes Braunwurzgewächs eine botanische Rarität darstellt. Unter einer Bergulme lehrt ein vertraut erscheinendes Nelkengewächs, dass man genau hinschauen muss, um besondere „Bergvarietäten“ von „Talausgaben“ unterscheiden zu können.

Abb. oben: Noch eingermaßen bekannt ist der "Almwermut" als aromatische Bitterstoffpflanze, aber je "dünner" die Luft wird, desto dünner wird auch unsere Kenntnis über Gebirgspflanzen. (Foto: Vogt)
Abb. oben: Das Felsen-Hasenohr (Bupleurum petraeum) besitzt ethnopharmakologisch interessante Artverwandte in Asien, die teilweise zu den sog. „Harmoniekräuter“ der TCM zählen und mit ihren Saikosiden eine tonisierdende, durchblutungsfördernde und leberschützende Wirkung entfalten sollen. (Foto: Vogt)

Auf der bewirtschafteten Hütte haben wir uns eine Stärkung verdient, denn rund 500 Höhenmeter Aufstieg nach „Botanikerart“ zählen bekanntlich doppelt und 350 Hm sind noch zu schaffen. Nun führt der Weg durch lichten Kampfwald und Latschen-Alpenrosengebüsch vorbei an Felsspaltengesellschaften in die eindrucksvollen alpinen Rasen der Vertatscha-Südseite. Plötzlich hoppelt ein „gelber Hase“ (Bupleurum petraeum) vorbei und gutmütige „rote Bären“ (Heracleum austriacum ssp. siifolium) laden zum Streicheln ein. Ist einem Zlatorog hold, entdeckt man sogar das seltene Julisch-Läusekraut (Pedicularis julica) im steinigen Rasen und kann mit der sonderbaren Mondraute kokettieren. Wer kann einem Aufstieg da noch wiederstehen?

Leistungen:

* Geführte Bergtour in Kleingruppe

* Standortskenntnis botanischer Highlights abseits des Weges

* botanisch-ethnobotanische Pflanzenbetrachtungen

* Bei Interesse Bestimmung von Arten mit der Exkursionsflora für Österreich (Training für das österr. Freilandbotanik-Zertifikat)

* Leihlupen bei Bedarf

Teilnahmevoraussetzung:

Trittsicherheit und Kondition für ca. 850 Höhenmeter auf markiertem Steig und im alpinen Rasen. Tragen von festem Schuhwerk und Mitführen einer üblichen Bergausrüstung (Regen- u. Sonnenschutz, Wechselgewand, Getränk, etc.). Für die Rückreise nach Österreich ist ein gültiger Reisepass notwendig.

Anmerkung: Wie bei allen Exkursionen ist eine frühzeitige Anmeldung bis Herbst 2020 erforderlich, da das Angebot sonst aus dem Jahresprogramm 2021 entfernt wird.