Exkursion Hochobir: Der Riese und seine 77 Zwerge

Exkursion Hochobir
Der Karawanken-Riese und seine 77 Zwerge

Geht es um die Vielfalt sonderbare „Zwerge“ wie Pyrenäen-Steinschmückel, Obir-Steinkraut, Wulfen-Primel oder Zoys-Stiefmütterchen kann es wohl kaum ein Berg der Karawanken mit dem Hochobir aufnehmen. Aber auch die „Schlernhexe“, gelbe „Trolle“ und ein seltener „Grantiger Jaga“ treiben auf dem Rücken des 2139m hohe Berges ihr Unwesen. Der Weg von der Eisenkapplerhütte (1553) auf den Gipfel ermöglicht Einblick in verschiedene Lebensräume wie Galmeifluren, steinige Magerrasen, Schneetälchengesellschaften, Täschelkrautfluren und Felsspaltengesellschaften. So viel exklusive „Karawankenflora“ auf knapp 500 Höhenmeter gibt es sonst wohl nirgends zu bestaunen!

Programm:

Auf dem Weg zum Gipfel werden ausgewählte „Obirzwerge“ und Gebirgspflanzen unter die Lupe genommen und interdisziplinär betrachtet. Der Bogen reicht dabei von der gemeinsamen Bestimmung mit der Exkursionsflora für Österreich (bei Teilnehmerwunsch) bis hin zu ökologischen, volksmythologischen und ethnopharmakologischen Pflanzenbetrachtung. Der Karawankenzauber endet nach dem gemeinsamen Abstieg in der bewirtschafteten Eisenkapplerhütte.

Abb. oben: Als einstige Nunatakker-Pflanze fühlt sich der Pyrenäen-Steinschmückel im alpinen Kalschutt des "Obirriesen" gut aufgehoben. Durch die räumliche Anordnung der Blattrosetten "baut" sich die Schuttpflanze Hohlkugeln als Wasserspeichere. (Foto: ©Vogt)

Leistungen:

  • Geführte botanisch-naturwissenschaftliche Tageswanderung
  • Interdisziplinäre Pflanzenbetrachtungen
  • Auf Wunsch Artbestimmung mit der Exkursionsflora für Österreich (Training für österr. Freilandbotanik-Zertifikat)
  • Leihlupen
Abb. oben: Ein echter "Obirzwerg": Das Obir-Steinkraut (Alyssum wulfenianum ssp. ovirense) wächst österreichweit nur in Kärnten und kann im steinigen Rasen des Obirs immer wieder entdeckt werden. Erst seit kurzem ist bekannt, dass diese Art mit dem vom Aussterben bedrohtem Wulfen-Steinkraut genetisch übereinstimmt und ihr vermeintliches Vorkommen am Hochschwab einer eigenständigen, neu beschriebenen Art zuzurechnen ist. (Foto: ©Vogt)

Teilnahmevoraussetzungen:

Kondition für rund 500 Höhenmeter, Trittsicherheit auf steinigem Weg und im alpinen Rasen, Tragen von festem Schuhwerk, Mitführen angemessener Bergausrüstung (Regen-, Sonnen- u. Windschutz, Jause u. Getränk, ev. Wanderstöcke, usw.)

Anreise:

Abfahrt Grafenstein von der Südautobahn über Gallizien, Sittersdorf nach Bad Eisenkappel nehmen. Dort auf der L131 in Richtung Zell Pfarre. Nach ca. 2 km bei Ebriach auf der rechten Straßenseite in die Mautstrasse zur Eisenkappler Hütte abbiegen. Achtung: 6 Euro in Münzen für Automaten bereithalten (Kein Wechselautomat)! Alternative Anfahrt nach Ebriach über den Schaidasattel.